Der Corona Februar

Der Ausbruch des Corona Virus hat (auch) bezüglich der Aktienmärkte zu panikartigen Abverkäufen über den breiten Markt (inklusive der als Fluchtwährungen bei Krisen zu erwartenden Edelmetalle und Krypto-Währungen) geführt. Eigentlich war mein grundsätzlicher Plan anhand des Firmenlebenszyklus ein gleichgewichtetes Depot an Aktienwerten zu erstellen welches sich in normalen Börsenzeiten mit den Wachstumswerten nach oben bewegt (plus den zu erwartenden Dividendenbonus von 5-6% den Firmen in der Übergangsphase von Growth zu Value noch extra generieren können). Die Aktien sollten also im Boom die normalen Märkte (mein Vergleichswert ist der S&P 500 aus dem die meisten meiner Werte kommen) outperformen und in Abwärtsphasen weniger fallen als der Vergleichsindex. Die Marktdurchdringung ist noch nicht vollständig abgeschlossen und in schlechten Zeiten kann ein Einbrechen der Nachfrage durch das Erschließen zusätzlicher Märkte ausgeglichen werden. Außerdem sollte die Kreditquote niedriger sein als in der Anfangsphase eines Unternehmens und das drückt die Anfälligkeit bei Problemen.

Gut .. es geht nur um Chancen/Risiko Optimierung. Der Auswahlprozess ist 2 stufig. In der ersten Stufe versuche ich Firmen auszusortieren welche sich entsprechend Kennzahlen in der Vorstufe zur Value Aktie befinden. Anschließend versuche ich ein Scoring welches mir die Aktien mit dem besten Chancen/Risiko Verhältnis aus allen Werten in diesem Lebenszyklus bewertet.

Wie erfolgreich ist das ganze ? Gut .. seit 2014 hat das System 151% an Gewinn generiert und ein ständig wachsendes Dividendeneinkommen. Im Jahresschnitt ergab es einen Gewinn von 24,82%. Die Dividende (netto) ist im Zeitraum von 2018 auf 2019 um 19,80% gestiegen. In den 6 Jahren wurde bis jetzt der S&P 500 5x mal geschlagen, die Nasdaq leider nur 4 mal (hat 2019 nicht funktioniert .. aber es war knapp).

Was nun wirklich interessant ist – sind die Auswirkungen die ein allgemeiner Abverkauf auf das Depot hat. Also .. soweit ich das bis jetzt (Februar ist abgeschlossen – aber den PIR mit der Endgültigen Abrechnung habe ich von Consors noch nicht bekommen) beurteilen kann ist die Resistenz gegen den Abschwung wahrscheinlich größer als beim durchschnittlichen Aktiendepot. Hier die Statistik 2020.

Ich sehe es durchaus als positiv. Die Buchgewinne von Februar haben sich aufgelöst und es blieb ein Minus von 3340 Euro übrig. Trotzdem hat das Depot noch ein Plus von 6.081,61 Euro im Jahr erwirtschaftet. Das entspricht in etwa dem, was das Depot seit Beginn im Schnitt generiert hat (24% im Jahr gäbe 2% im Monat und bei einer Depotsumme von 150.000 Euro wären das im Moment 3000 Euro/M). Ob es so weiter gehen wird? Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung. Der derzeitige Zeitraum scheint mir auf alle Fälle interessant um eine Depotstruktur auf langfristigen Erfolg zu testen. Was jetzt überdurchschnittliche läuft (und das heißt auch – mit weniger Verlust) sollte auch die nächsten Jahre gut performen.

War es schwierig eine Outperformance zu den Indexen zu erreichen? Ich würde sagen es war erschreckend einfach. Man kann es sehr einfach erklären. Niemand weiß wie es an der Börse weiter geht. Die einzige Möglichkeit die ich sehe liegt darin das Chancen/Risiko Profil zu verbessern. Wir sind alle nur Schimpansen die Pfeile auf eine Dartscheibe werfen und hoffen dabei einen Treffer zu landen. Ich nehme einfach nur die grünen Bananen (ein Beispiel wäre PetMed) und die verfaulenden Bananen (hier als Beispiel Tanger Factory Outlet) von der Scheibe .. und werfe dann genau so – wie alle anderen fröhlich vor mich hin.

Wie sollte man auf einen Abverkauf in einer langfristigen Strategie reagieren? Eigentlich stellt sich die Frage nicht. Wer eine Strategie hat sollte auch solche (nicht ungewöhnlichen) Börsenphasen mit eingeplant haben und sein Regelwerk soweit aufgestellt haben um einfach danach handeln zu können. Meine Regel besteht darin das Schwankungen der Kursverläufe ignoriert werden und die ausgewählten Aktien entsprechend jedes Monat gekauft werden als wäre nichts geschehen. Ich betrachte den Abschwung an der Börse einfach nur als Verschiebung der Zeitachse um einen (dem Kursverfall) entsprechenden Zeitraum. Ein Einbruch des S&P 500 um 15% besagt nur – ich kann jetzt wieder zu den Preisen von vor 5-6 Monaten kaufen und das mit den teilweise erhöhten Dividenden von jetzt. Wenn es um Pizza oder ähnliche Verbrauchsgüter gehen würde und man könnte zu den Preisen von vor 3 Jahren kaufen wären alle glücklich. So what ? Würde es mich stören wenn sich die Zeitachse weiter nach hinten verschieben würde? Natürlich nicht. Zu den 2018er Preisen Einkaufen gehen zu können wäre ein Traum.

Happy Investing

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